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Römische und frühchristliche Funde – Öffentliche Führung durch die archäologischen Ausgrabungen in Markelfingen

Jul
23
17:00

Kreisarchäologe Dr. Jürgen Hald lädt am Dienstag, 23. Juli 2019, um 17 Uhr alle Interessierten zu einer öffentlichen Führung über die Ausgrabungsflächen im künftigen Neubaugebiet „Im Tal“ in Markelfingen ein. Dabei werden die ersten Ausgrabungsergebnisse an den originalen Fundstellen erläutert. Neben den Resten römischer Gebäude aus dem 2./3. Jh. n. Chr. werden auch seltene Funde aus der Zeit der Christianisierung im Hegau präsentiert. Die Ausgrabungsstätte wird von der Kreisarchäologie gemeinsam mit dem Landesamt für Denkmalpflege betreut.
Treffpunkt ist am Ortsausgang an der Kaltbrunner Straße Richtung Gemeinmerker Hof / Wildtierpark.
Begrenzte Parkmöglichkeiten bestehen am Rathaus in der Laurentiusstraße.
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.


Archäologische Ausgrabung in Markelfingen, künftiges Baugebiet „Im Tal“ Teil 1

Der Kreisarchäologe Dr. Jürgen Hald und der Projektleiter der Grabungsfirma “Archaeotask” Andreas Gutekunst führten am 23.07.2019 mehr als 100 Interessierte durch die Ausgrabungsstätte im zukünftigen Neubaugebiet „Im Tal“ am alten Ortsrand von Markelfingen.
Die an einem flachen Südwesthang gelegene Grabung, ca. 200m östlich des Mühlbachs, weist eine Reihe von siedlungsgünstigen Faktoren auf, die Dr. Hald im Herbst 2018 zu systematischen Probeschürfungen veranlassten.
Von ca. 5ha des zukünftigen Baugebiets sind ca. 1ha einschließlich des Regenrückhaltebeckens von den Grabungsarbeiten betroffen. Aufgrund der so nicht erwarteten Funde wurde Mitte Juni 2019 mit vorgezogenen Ausgrabungen begonnen, die wahrscheinlich bis Herbst 2019 andauern werden.
Bisherige Funde:
Wacken-Fundamente von zwei großen – vermutlich – Nebengebäuden eines römischen Gutshofs aus dem 2./3. Jh. n. Chr.
Zahlreiche Bodenverfärbungen von röm. Vorgänger-Holzbauten, die später durch Steingebäude ersetzt wurden.
In einem der Gebäude wurde eine Fundkonzentration sogenannter ‚Steck-Kreuze‘ (kleine, ca. 10cm große Kreuze aus Eisen- bzw. Buntmetallblech, siehe Fotos) entdeckt. Die aus dem 7./8. Jh. n. Chr. stammenden Steck-Kreuze sind in unserer Region bisher selten geborgen worden (meist wurden solche Artefakte in Bayern gefunden) und wurden von Dr. Hald als „weit über die Region hinaus bemerkenswerter Fund“ bewertet.
Im Fundament eines der Häuser wurden die Skelett-Reste von zwei Säuglingen entdeckt, die in der Folge von Spezialisten verschiedener Fachgebiete untersucht und geborgen werden.