Pfahlbau-Schätze am Bodenseeufer (SÜDKURIER vom 27.09.2008)

Bodman (ise/fws) Bei den Pfahlbauten vor Bodman handelt es sich nach Angaben von Joachim Köninger vom Landesamt für Denkmalpflege um die fundreichste Stelle Süddeutschlands. Taucharchäologische Erkundungen der Flachwasserzonen haben ergeben, dass die Fundschichten ungewöhnlich dick sind, zum Teil liegen sechs bis sieben Lagen übereinander.
Darin eingelagert sind Reste aus der Steinzeit. Zudem handelt es sich um ein großes, ganz Bodman umspannendes Pfahlbaufeld und nicht wie ursprünglich angenommen um mehrere unterschiedliche Felder. “Diese Mächtigkeit der Schichten gepaart mit dem sehr großen Feld macht Bodman zu der fundreichsten Pfahlbau-Station Süddeutschlands”, erklärt Köninger, der selbst vor Ort getaucht ist. Am heutigen Donnerstag wird Joachim Köninger im Sitzungssaal des Rathauses Bodman um 19 Uhr einen öffentlichen archäologischen Vortrag zu dem bedeutenden Fund halten. .
Köninger hatte im Auftrag des Landesdenkmalamtes von November 2007 bis zum Frühjahr 2008 die Ausdehnung der Pfahlbaufelder vor Bodman untersucht. War man bislang davon ausgegangen, dass es im Weiler I und Weiler II unterschiedliche Pfahlbaufelder gibt, wurde jetzt festgestellt, dass es sich um ein großes, umspannendes Pfahlbaugebiet vor Bodman handelt. “Leider sind die Pfahlbauten durch die Baggerungen entlang der Stege zu 40 Prozent kaputt gemacht worden”, erklärt Köninger. Das sei in den 70er Jahren geschehen, in der die Denkmalpflege noch nicht vor Ort war. Bei den neuen Untersuchungen ist Köninger auf eine Keramik gestoßen, die Bearbeitungstechniken aufweist, wie sie bisher am Bodensee noch nie gefunden wurden.
Um die besondere Bedeutung Bodmans für den Bodensee und die Archäologie anschaulich darzustellen, erwägt die Gemeinde die Gründung eines Museumsvereins. Fundstücke sollen später in einem Museum in Bodman ausgestellt werden. Im Anschluss an den Vortrag von Köninger wird Bürgermeister Matthias Weckbach nähere Informationen geben.

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