Erlebniswelt für neue Ortsmitte (SÜDKURIER vom 30.01.2009)

In der Ortsmitte Bodman soll ein Museum entstehen. In einer Sondersitzung berieten die Gemeinderäte darüber. Die Verwaltung hatte sich vorab von zahlreichen Planungsbüros Unterlagen und Referenzen für eine Museumsplanung beschafft. Dabei zeigte sich das Atelier Brückner in Stuttgart als geeignetester Partner.
Bodman-Ludwigshafen – Mit dem Atelier Brückner sollen die ersten Schritte zu einem Museum in Form eines Planungskonzeptes gemacht werden, nachdem der Gemeinderat sich mehrheitlich dafür ausgesprochen hatte. Das Atelier Brückner GmbH ist eine der führenden international tätigen Agenturen im Bereich Museums- und Ausstellungsgestaltung. Es ist bekannt für individuelle Lösungen, bei denen Inhalte und Botschaften in eine überdimensionale Sprache übersetzt werden. Derzeit arbeiten im Atelier 60 Mitarbeiter an rund 20 Projekten.
Von diesem Atelier war Mitgesellschafter Eberhard Brückner nach Bodman gereist, um sich und die Institution den Ratsmitgliedern vorzustellen und seine Gedanken zum geplanten Museum darzulegen, in dem die gesamte interessante Geschichte des Bodensees und des Ortes Bodman, nach dem der Bodensee benannt ist, und seiner Umgebung ihren Niederschlag finden sollen.
Den Ratsmitgliedern und Kuratoriumsmitgliedern, zu denen auch Kreisarchäologe Jürgen Hald zählt, sowie Gästen wurde Gelegenheit gegeben, ihre Meinungen zu dem Projekt zu äußern. Wie Bürgermeister Matthias Weckbach ausführte, sei die Seegemeinde für den sogenannten „sanften Tourismus“ geradezu prädestiniert. Die Einrichtung eines Leitsystems werde mit 50 Prozent der Kosten bezuschusst. Das Museum werde zwar keinen Gewinn abwerfen, soll aber zumindest kostendeckend arbeiten. Weckbach machte deutlich, dass man mit Hinweis auf den archäologischen Teil des Museums Uhldingen nicht kopieren wolle. Auf die Frage, welchen Namen man dem Museum geben soll, wurde die Bezeichnung „„Bodensee-Museum“ ins Gespräch gebracht. Es könnte im Frühjahr 2011 eröffnet werden, hieß es auf eine entsprechende Anfrage aus dem Publikum.
Gemeinderat Klaus Gohl machte deutlich, dass sich das Museum nicht nur auf Vitrinen, an denen man mehr oder weniger interessiert vorbeigehe, beschränken dürfe. Wenn man schon ein neues Gebäude erstelle, in dem das Museum einen Schwerpunkt bildet, müsse es so gestaltet sein, dass es attraktiv und anziehend wirkt, für den Besucher zu einem Erlebnis wird und für Bodman und seine Umgebung eine Bereicherung darstellt.
Kreisarchäologe Jürgen Hald sagte seine Unterstützung des Projektes zu. Auch das Gräfliche Haus wird dazu seinen Beitrag leisten.
Eine ganz andere Seite sprachen die Ratsmitglieder Alessandro Ribaudo und Kurt Pfundner an. Sie beschäftigten sich mit der Kostenfrage. So wollte Ribaudo wissen, mit welchen Kosten man in etwa rechnen müsse. Eine für ihn befriedigende Antwort bekam er nicht. Wie Eberhard Brückner sagte, käme ein Quadratmeter Ausstellungsfläche – ohne Gebäude – zwischen 1000 und 5000 Euro zu stehen, wobei man von einem Mittelwert von etwa 2500 Euro für die vorgesehenen 400 Quadratmeter Ausstellungsfläche ausgehen könne. „Da sind wir ja schon bei einer Million“, rechnete der Gemeinderat aus. Er plädierte die Angelegenheit in einer Bürgerversammlung zu erörtern, bevor man eine Entscheidung treffe. Bürgermeister Weckbach und Ratsherr Robert Hermann waren da anderer Meinung. „Die Verantwortung trage letztlich der Gemeinderat, denn dazu sei er ja schließlich da“, machte Weckbach deutlich. Kurt Pfundner warf der Verwaltung vor, dass sie den Überblick über die Finanzen verloren habe.
Die Planung wird in Abstimmung mit Architekt Thomas Krämer, der für die Gesamtplanung für die Neugestaltung der Ortsmitte Bodman zuständig ist, erarbeitet. Der Bürgermeister bekam von der Mehrheit des Gremiums auch die Zustimmung, ein Leitsystem in Auftrag geben zu können.

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