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Bodman-Schachen ist UNESCO-Weltkulturerbe

Fundstelle

Die Fundstelle liegt in einer aussergewöhnlichen topographischen Situation in einem Verlandungsdelta des alten Stockacher Aach-Zuflusses. Die gut erhaltene dreiphasige Stratigraphie der Frühbronzezeit enthält Funde der Singener Gruppe und Arbon-Kultur und ist sowohl in Süddeutschland wie auch in der Ostschweiz einzigartig und von grosser wissenschaftlicher Bedeutung. Besondere Architekturelemente belegen Kontakte zu den frühbronzezeitlichen Pfahlbauten in Norditalien. Ebenfalls von Bedeutung ist das ausgedehnte, schnurkeramische Pfahlfeld.

Siedlung/Bautechnik

Sie bestand am Anfang der Bronzezeit aus fünf bis neun Häusern mit zwischen 25 und 30 m² Grundfläche, einhundert Jahre später war die Bautechnik fortgeschritten und die Häuser wurden um Pfostenreihen dreischiffig und mit Grundflächen um 42 m² angelegt. Am Seeufern wurden die Häuser auf eingrammte Pfähle gegründet, in Höhenlagen wurden Steinfundamente verwendet. Die Wände waren aus Flechtwerk um senkrechte Stangen gefertigt und mit Lehm verputzt. Feuerstellen waren von lehmgedichteten Steinplatten umgeben.

Ernährung

Getreidereste konnten den Ackerbau von Emmer, Einkorn, Gerste und Dinkel nachweisen, daneben stand das Sammeln wildwachsender Nahrungspflanzen wie Brombeere, Haselnuss, Schlehe, Wildapfel und Walderdbeere. Flachs und Mohn lieferten Ölsaaten. Schweine und Rinder wurden als Haustiere gehalten, außerdem gibt es geringe Funde von Schaf oder Ziege. Fast 50% aller gefundenen Knochen stammen aber von Wild, so dass die Jagd einen großen Teil der Fleischversorgung abdeckten.

Bekleidung

Von der Bekleidung der Menschen sind nur Nadeln aus Bronze erhalten, große Funde an Holunderbeeren, die weit über die als Nahrung verträglichen Mengen hinausgehen, deuten auf Textilfärbung hin.

Totenkult/Kultobjekte

Die Begräbnisform der Arbon-Kultur ist unbekannt. Es gibt bisher keine Funde. Daher wird angenommen, dass die Toten entweder in archäologisch nicht nachweisbarer Form beigesetzt wurden oder für Begräbnisse Orte gewählt wurden, die durch Hangrutsche oder andere Ereignisse grundsätzlich durch meterdicke Erdschichten bedeckt wurden.

In Bodman-Schachen wurden sogenannte Brotlaib-Idole gefunden, schwach gebrannte oder an der Luft getrocknete Tonobjekte von wenigen Zentimeter Länge und rund zwei cm Breite, die mit Mustern überzogen waren. Ihr Zweck ist unbekannt. Derartige Objekte sind auch aus Teilen Süddeutschlands, Norditaliens, Österreichs, Rumänien, Serbien, Polen der Slowakei, Tschechiens und Ungarns bekannt und belegen einen kulturellen Austausch.

Quellen/Einzelnachweise

  • Joachim Köninger: Die frühbronzezeitlichen Ufersiedlungen von Bodman-Schachen I: Befunde und Funde aus den Tauchsondagen 1982 – 1984 und 1986, aus: Forschungen und Berichte zur Vor- und Frühgeschichte in Baden-Württemberg; 85. Stuttgart: Theiss, 2006, ISBN 3-8062-1738-6
  • Ernst Probst: Deutschland in der Bronzezeit. München, Orbis Verlag 1999, ISBN 3-572-01059-4 – S. 66 ff., 151 ff.
  • Christian Strahm: Die frühe Bronzezeit in Südwestdeutschland. In: Congrès National des Sociétés Savantes: Cultures et sociétés du bronze ancien en Europe, 117e congrès des sociétés savantes, Clermont-Ferrand 27-29 octobre 1992, Paris, 1996, ISBN 2-7355-0330-5

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